Grundeinkommen und Gesundheit

Martin Hafen ist Dozent für Prävention und Gesundheit an der Hochschule für Soziale Arbeit in Luzern.

Welche Auswirkungen hat das Grundeinkommen auf die Gesundheit?
Es können Vermutungen angestellt werden.

Deutlich ist allerdings die Sprache einer Umfrage in der Schweiz: 50 Prozent der Arbeitnehmer erleben ihre Arbeit als krankmachend – in den höher bezahlten Jobs ist der Prozentsatz höher. Deutlich ist auch, dass die Arbeitslosigkeit genauso krank macht, dass die Selektion für den Arbeitsmarkt die Kinder in den Schulen unter psychischen Druck setzt, Perspektivlosigkeit erzeugt und Menschen auf die Bahn des Kostenfaktors schickt, dass soziale Kontakte – nun sogar von der Neurobiologie als unbedingt wichtig für die Entwicklung und Gesundheit der Menschen erkannt – durch die wachsende Belastung derer, die Arbeit haben und die Ausgrenzung derer, die keine haben, verkümmern, und dass die Fixierung auf Erwerbsarbeit, die Angst und die Engstirnigkeit in ihren Folgekosten nicht mehr zu bezahlen sind.

Dr. Martin Hafen spricht deutliche Worte; nicht aus einer alternativen Laune heraus, sondern aus wissenschaftlichen Studien. Eine partielle Trennung von Arbeit und Einkommen ist für ihn der schönste Nebeneffekt des bedingungslosen Grundeinkommens.

Aufnahme: 23.03.2007, Basel
Interview: Enno Schmidt
Kamera: Daniel Häni
Bearbeitung: Enno Schmidt
Dauer: 8 Minuten

4 Comments

  1. stefan m.

    wenn ich hier auf „abspielen“ drücke, verschwindet das flash-dings… und ich sehe nicht… (lieber grüss an martin, falls ihr ihn wieder mal seht…) bis bald. (logo: löscht diesen kommentar, wenn der fehler behoben ist…) ps: ich arbeite (natürlich) mit firefox!

    /sms 😉 http://rebell.tv

  2. @stefan
    Vielleicht mal ein flash update im browser machen.

    ————

    Sehr informatives und wichtiges interview.
    Schade das man sowas nicht um 20.15 in den öffentlich Rechtlichen zu sehen bekommt.

  3. Anonymous

    Ich kann nicht einfach in Ruhe und Frieden leben, kreativ sein, etc. Man läßt mich nicht. Ich muß in diesem Monopoly der Drahtzieher mitspielen. Es fängt mit dem täglichen Schlafentzug um 6:00 an (im Sommer stellt man uns sogar die Uhren vor und ich muß um 5:00 aufstehen). In meinem Job werde ich krank. Meine unbefriedigende und fragwürdigeTätigkeit über 8 Stunden täglich mit genau überwachten Pausen läßt mir keine Zeit zum Leben. Ich lebe nur um im System zu funktionieren. Wie ein Huhn in der Legebatterie, wie eine biologische Maschine. Eigentlich wäre es sinnvoller zu
    sterben. Viele glauben schon, daß das so zu funktionieren völlig normal sei und machen dem arbeitslosen Nachbarn Streß. Die Menschen zerstören die Chance in der Lebenszeit zu LEBEN. So macht es keinen Sinn – auch wenn wir mit Konsum, TV und Sport ruig gestellt werden. Aber eine Umstellung bedeutet Hartz 4. Ich wäre soweit, mich nicht zu töten, sondern in Hartz 4 auszusteigen. Aber ich lebe nicht alleine und muß weitermachen. Doch was gewinen die politschen Entscheider bzw. Spieler? Es ist doch nur ein Spiel. Mehr als Essen, Trinken, Wohnen etc. kann man doch nicht. Ein Spiel, welches uns das Leben zur Tragödie macht.

  4. Anonymous

    wäre es Möglich diese Idee, als Projekt und Experiment, im ideal Fall als Vorzeigemodell im kleinen Umzusetzen?
    Anstelle eines Bundeslandes oder Kantons, wo ufreiwillige mitmachen müssten. Im kleinen, sozusagen ein Spiel das sich gegen aussen zBsp. als Firma im bestehenden Staatsystem bewegt, die "Angestellten" jedoch am Experiment des Grundeinkommens beteiligt wären. Der Staatshaushalt würde vorerst Simuliert. Das ganze würde dann in einer Komune oder eben gar unter einem Deckmantel einer Firma laufen.
    Ein Zusammenschluss von Restaurants, sprich kleinen Unternehmen, könnte evtl. als Plattform dienen.

    -kf816

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